2009/06 Tour durch die Pyrenäen
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- Kategorie: Geschichten
- Veröffentlicht am Sonntag, 15. Januar 2012 19:23
- Geschrieben von stefan
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written and experienced by Stefan T. & Jörg T.
Pyrenäen 2009
1. Juni bis 14. Juni
Erlebt von Jörg und Stefan.
Dieses Jahr war es soweit. Wir holten unser ursprüngliches Urlaubsziel vom letzten Jahr nach. 2008 musste es Norwegen weichen. Wir wollten die Gebirgspässe der Pyrenäen befahren.
Montag, 1. Juni
Um 6:15 Uhr hatten wir uns am Verladeterminal Wien Westbahnhof eingefunden. Kurz vor der Fahrt zum Bahnhof hatte es zu regnen aufgehört.
Zu stark waren die Erinnerungen von der Enge des Schlafabteils des letzten Jahres im Norwegenurlaub, und so freuten wir uns, daß Alternativ auch eine Fahrt am Tage angeboten wurde. Wir hatten das Glück ein 6er-Abteil bis Innsbruck für uns alleine zu haben.
Um 13:40 Uhr kamen wir in Feldkirch an. Wir hatten uns vorgenommen, die erste Nacht bereits in Frankreich zu verbringen. Altkirch liegt direkt hinter der französisch/schweizerischen Grenze. Karten hatten wir keine von diesem Gebiet. Wir verließen uns auf das GPS. War nicht so leicht sich von der Autobahn fern zu halten, wenn das GPS ständig schreit aufzufahren. Für einen halben Tag wollten wir keine Jahresvignette kaufen. Kurzzeit-Vignetten gibt es in der Schweiz nicht. Auch gibt es keine Motorrad-Vignette. Und über Österreich regt man sich auf. Um 20 Uhr waren wir 15 Kilometer nördlich von Altkirch in Mülhausen (Mulhouse) angekommen. Die Übernachtung an diesem Platz war Premiere für unsere neuen Zelte und uns. Der Aufbau dauerte noch etwas länger wie ursprünglich vom Hersteller veranschlagt. Und Sturm hätte diese Nacht auch keiner gehen dürfen.
Dienstag, 2. Juni
Bei einem knappen Frühstück legten wir unser Tagesziel fest. Auf einem Campsite im Naturpark der Vulkanlandschaft von Auvergne wollten wir die nächste Nacht verbringen. Dank der Autobahn kamen wir gut voran. Die ersten 300 Kilometer waren ja noch in Ordnung, aber die darauf folgenden waren etwas sehr öd. Über dem Städtchen La Bourboule hatten wir einen netten Platz gefunden. Dieser Ort liegt nordwestlich des Naturparks. Es war zu sehen, dass die Saison gerade erst anfing. Nur die Hälfte der Sanitäranlagen waren geöffnet und fast keine Gäste am Campingplatz.
Mittwoch, 3. Juni
Bevor wir weiter nach Südwest fuhren, hielten wir an einem Aussichtspunkt in Bort-les-Orgues. Die Strecke dorthin war einfach genial. Kurvige Straßen und schöne Landschaft. Mit Blick nach Osten konnte man einen Teil des Naturparks sehen. Für die bekannte Vulkankette “Chaîne des Puys” waren wir leider zu weit weg.
Unser nächstes Ziel war Laguiole. Dem Ort, an dem die Geschichte des berühmten Klappmessers gleichen Namens 1829 begann. Für die, die es nicht wissen. Ein netter kleiner Ort, in dessen Zentrum sich ein Messergeschäft neben dem anderen reiht. Und wenn wir schon mal da waren, betrachteten wir eines genauer. Ein älteres Ehepaar besaß diesen Laden. Sie verkaufte und er fertigte die Messer im hinteren Teil des Geschäfts. Es gab sehr viele Modelle verschiedenster Machart. Die teuersten waren die mit Damaszenerstahl-Klingen. Nächstes Ziel: Toulouse. Die Strecke war sehr schön zu fahren. Kein Verkehr und geile Landschaft.
Je näher wir an Toulouse heran kamen, desto mehr vergälte uns der Transitverkehr den Genuss. Kurz nach Albi frischten wir unsere Vorräte auf und loteten unsere Möglichkeiten aus. Um Toulouse hinter uns zu lassen, waren wir zu spät dran. Für einen ruhigen Campsite wollten wir vom Ballungsraum wegbleiben. Im südlich von Albi gelegenen Ort Castres fanden wir einen. Das Gelände rund herum hatte irgendwie das Flair eines Country-Clubs. Die Nachbarn hatten ein mächtiges Wohnmobil (siehe Bild).
Donnerstag, 4.Juni
Bei der etwas genaueren morgendlichen Mopedkontrolle stellte ich einen viel zu niedrigen, fast nicht mehr wahrzunehmenden Ölstand bei meiner Dicken fest. Wie konnte das sein. Hatte ich bei der Abfahrt falsch gemessen? Nach hinten verbrannt hatte ich es auf jeden Fall nicht. Das hätte Jörg gerochen. Und geleckt hat sie auch nicht. Also hielten wir auf der Fahrt zur Atlantikküste nach einem Geschäft mit Mopedöl Ausschau. Im baskischen Ort Biarritz erreichten wir den Atlantik.
Wir änderten den Kurs von Südwest auf Südost Richtung Pyrenäen. Kurz vor Bayonne entdeckte Jörg in einem kleinen Industrieviertel einen KTM-Kawasaki-Händler. Die zwei Verkäufer freuten sich, einen Österreicher im Geschäft zu haben und zeigten mir stolz die KTM-Kollektion im Schauraum. Mich brauchen die nicht überzeugen. 2 einpacken zum Mitnehmen bitte! Der Mechaniker war so nett mir kurz den Trichter zu überlassen. Der Ölstand passte wieder und mir war wohler.
Wir fuhren bis Cambo-les-Bains, wo sanfte Hügel das Gebirge vorankündigten. Jörg hatte sich vor dem Einschlafen noch ein wenig Regen gewünscht, weil das Getröpfel auf der Zeltwand so angenehm zum Einschlafen ist. Damit hat er ja recht, aber ….
Freitag, 5. Juni
Da kam etwas mehr als gewünscht.
Abgekühlt hatte es und die Wolkendecke hing tief. Die Regenpanier wurde fällig, und die sollten wir dann auch den ganzen Tag anbehalten. Bei Dancharia setzen wir nach Spanien über. Hier fing es so richtig an zu regnen. Wir fuhren nach Süden bis nach Irurita und zweigten nach Eugi ab. War eine geile, kurvige und schmale Strasse. Das GPS schreite „umdrehen“ und wir wollten mehr. Wenige Kilometer nach Eugi eine Kreuzung: rechts nach Pamplona und links zurück in die Berge nach Frankreich. Wegen Pamplona waren wir nicht hier. Also nach Links. Einige Kilometer weiter hatten wir uns zu entscheiden, ob wir gleich weiter nach St.Jean Pied-de-Port in Frankreich fahren, oder uns noch parallel zur Grenze auf spanischer Seite durch die Täler schlängeln. Entscheidend war der Restsprit in unseren Mopeds. Es war zu wenig für die bestimmt schönere spanische Variante. Aber immerhin fuhren wir nach Frankreich am Jakobsweg entlang. Wir schlängelten uns dann auf französischer Seite auf schmalen Strassen an den Bergen entlang. Ein richtiger Singletrack, der Anfangs so steil aufwärts ging, dass ich einen ständig latenten Druck der Gepäcksrolle im Rücken hatte.
Durch den immer dichter werdenden Nebel sank die Sichtweite unter 10 Meter. Schade um die Landschaft. Da der Regen einfach nicht aufhörte und es so schien, als wenn sich die Wolken an den Bergen aufstauten, versuchten wir etwas Abstand zu gewinnen und campierten etwas entfernter in Navarrenx. Eine kleine Stadt, deren Kern sich in einer Festung befindet. Die ältere Dame an der Rezeption machte uns Hoffnung. In 2 Tagen sollte es etwas weniger regnen.
Samstag, 6. Juni
Der Himmel schaute besser aus. Wir frischten in einem Supermarkt unsere Vorräte für das Wochenende auf, und nach kurzer Weiterfahrt sahen wir es wieder auf uns zukommen.
Kurzer Halt. Das Regengewand hatte uns wieder. Wir fuhren weiter zum Puerto de Larrau Richtung Spanien. War sehr fein. Saftig grüne Hügel.
Es gab immer wieder kleine regenfreie Zonen.
Die gab es hinter der Grenze nicht mehr. Der Regen wurde stärker und wir beschlossen über Izaba und dem Pass Portillo de Eraice wieder zurück zu fahren. Der Pass wurde noch zur Hürde. Da oben war es echt schweinekalt. Das was von der Landschaft zu sehen war, war echt fein. Enge schroffe Felsformationen, stellenweise dicht begrünt und von kleinen Schneefeldern unterbrochen. Genial. Ich hätte versucht zu fotografieren, wenn es nicht geregnet und ich nicht so gezittert hätte. Sonne kam da oben keine durch, und Regen, Kälte und starker Wind machten es zu einer etwas ungemütlichen Fahrt. Auf der anderen Seite wurde es besser und wieder nahmen wir etwas Abstand zu den Bergen.
Wir platzierten uns in Peyrouse kurz vor Lourdes, günstig für den nächsten Tag, und genossen am Abend das etwas andere Bier (8,4% und 11,6%).
Sonntag, 7. Juni
Über uns flogen schon die Pyrenäengeier. Aber wenigstens kein Regen.
Wir fuhren durch Lourdes nach Süden bis Luz-St-Sauveur und dann über den Col du Tourmalet nach Ste-Marie de Campan. Die ersten 20 km auf der Schnellstrasse waren öde. Ab dann ging es durch mehrere Schiorte bis zum Pass. Wir hatten Pech. Von unserer Seite aus war der Pass gesperrt. Damit wurde dieses Tal zur Sackgasse.
Vielleicht hätte ich doch versuchen sollen die Schilder einige Kilometer zuvor zu übersetzen. Also alles retour und kurz vor Lourdes nach Osten auf die andere Seite des Passes. Wir erreichten dann doch den Ort Ste-Marie de Campan und fuhren weiter über den Pass Col d' Aspin.
Soviel Gasradeln wie wir hier gesehen haben, muss das die 'Kalte Kuchl' von Frankreich sein. Nach dem Pass durch Arreau schnupften wir den Pass Col de Peyresourde. Die Strecke war nicht spektakulär aber flott und schön zu fahren. Wir hielten kurz vor der spanischen Grenze in Montauban-de-Luchon. An dem Abend hatten wir keine Lust zu kochen. Ich fuhr in die Stadt und holte uns Pizzen. Die Namen der Pizzen hatten keine Ähnlichkeit mit denen bei uns und die hübsche Kellnerin wie auch der Pizzabäcker sprachen nur Französisch, welches bei mir gerade zum Grüßen ausreicht. Das wurden echte Pizzen Surprise.
Montag, 8. Juni
Irgendein blödes Vieh hatte in der Nacht mein Zelt markiert. Das stinkende Zeug musste irgendwie runter. Wenn ich das Zelt jede Nacht mit dieser Markierung im nächsten Revier von was auch immer aufgeschlagen hätte, wäre das Ding bis zum Urlaubsende komplett vollgepisst gewesen.
Wir fuhren Richtung Col du Portillon. Nach nicht mal 2 Kilometern fing es wieder zu regnen an. Hätte uns ja auch gewundert. Auf der spanischen Seite hörte es zum Glück wieder auf. Durch Vielha und über den Port de la Bonaigua bewegten wir uns nach Osten mit Ziel Andorra.
Bei Llavorsi zweigten wir auf Singletracks ab und versuchten uns den Weg über Ministrassen nach Andorra zu bahnen. Das GPS zeigte in diesem Urlaub schon öfters eine Sackgasse an, aber irgendwo mussten wir falsch abgebogen sein und standen in Areu dann wirklich am Ende einer Strasse, die ein paar Meter nach dem Dorf auf einer Bergwiese endete. Wir fuhren einen Teil zurück und fragten einen Spanier nach dem Weg. Er wies uns die Richtung, jedoch mit dem Hinweis auf einen sehr schlechten Zustand. Wir bedankten uns und nickten mit der Gewissheit, bestimmt schon Schlechteres befahren zu haben. Bei Farrera war der Asphalt zu Ende.
Irgendwie passten die Wege, die wir fuhren, nicht zu den Karten die wir hatten, und für das GPS waren wir sowieso schon lange abseits der Strasse. Die Aussicht war akzeptabel.
Stellenweise war der Weg schon rabiat. Mit dem Gatschhüpfer kein Problem, aber die Dicke hat doch über 160 kg mehr am Fahrgestell und das äußerte sich mit einem wirklich unbequemen Fahrgefühl. Die Kofferhalterung war am Limit. Noch etwas mehr und wir hätten ausprobieren können wie gut wir mit Gummispannern und Powertape umgehen können. Wenn es etwas sanfter wurde, versuchten wir uns zu orientieren.
Mitten in einem Tal, wo sonst weit und breit nichts war, fanden wir einen jungen deutschen Aussteiger, der neben seiner Hütte am Starter seines Autos bastelte. Wir hätten nicht damit gerechnet, mitten in der Pampa die Wegbeschreibung auf Deutsch zu bekommen. Den Weg nach Andorra, den er schilderte, war natürlich nicht auf der Karte eingezeichnet. Ich folgte seiner Wegbeschreibung bis dahin, als er was von einer Flußdurchfahrt erwähnte. Das ließen wir dann doch und bahnten uns den Weg zurück zu befestigten Strassen.
Der Ausflug kostete uns mehr Zeit als erwartet. Es war später Nachmittag und wir wollten eigentlich am Abend durch Andorra durch sein. Die Strecke von Sort nach Adrall war echt geil, und das volle Kontrastprogramm zu vorher. Eine breite, durchgehend asphaltierte Strasse, mit langgezogenen Kurven, welche sich bis zum Coll de Canto raufschlängelte und auf der anderen Seite wieder runter. Auf der Strecke waren die Mopeds selten aufrecht. Wir erreichten Andorra.
Durch Andorra ging eine dicke Strasse von der aus kleinere nach links und rechts in die Täler abzweigten. Es war unglaublich. Ab der Grenze war links und rechts ein Geschäft neben dem anderen. Und passte es nicht neben die Strasse, klebte man es an den Berghang. Auch muss Andorra die höchste Tankstellen-Dichte der Welt haben. Soviel zum Thema Steuerfreiheit.
Wir kamen gegen 19 Uhr in der Hauptstadt Andorra la Velle an und es war Rush-Hour. Aber ich denke, das ist irgendwie ein Dauerzustand dort. Es gibt zwar eine Menge Polizisten, aber die verstehen sich eher als Verkehrsfluß-Optimierer. Es scheint zu funktionieren. Die vielen Roller flossen an den Autos vorbei. Mit Seitenkoffern vorschlängeln war nicht. Der erste Campsite hatte den Charme einer mexikanischen Hinterhofwerkstätte. Wir peilten einen eher abseits der Stadt liegenden Platz bei Massana auf 1400 Meter Seehöhe an. Auf dem Weg dahin fiel innerhalb einer halben Stunde alles Wasser vom Himmel, welches wir den ganzen Tag nicht abbekommen hatten. Bis wir einen Platz fanden um die Gummihaut anzulegen, war es auch schon fast vorbei und für die Kleidung zu spät.
Gegen 20 Uhr kamen wir an und es war schon etwas huschi. Nachdem die Sonne dann komplett weg war, wurde es für einen Urlaub im Süden knackig kalt. Bei 4 Grad Celsius sparten wir uns das gemeinsame Essen vor dem Zelt. Wir hätten skeptisch werden sollen als wir die anderen mit Daunenjacken rumlaufen sahen. In der Nacht hatten wir den Komfortbereich unserer Schlafsäcke ein klein wenig verlassen.
Dienstag, 9. Juni
Unglaublich, wie zäh Duschgel und Zahnpasta bei solchen Temperaturen werden kann. Der Sonnenschein am nächsten Morgen kam uns recht.
Spät aber doch fuhren wir weiter nach Frankreich. Knapp vor der Grenze noch ein Blick zurück nach Andorra.
Wir blieben bis Ax-les-Thermes auf der Hauptroute und fuhren dann westlich über den Port de Pailheres. Der Pass liegt auf 2001 Meter Höhe und hatte das Ambiente eines schottischen Singletracks.
Ein wenig kurvig war es schon.
Ohne Worte.
Bei Querigut fing es wieder so richtig zu regnen an. Eigentlich wollten wir noch mal zurück in die Berge fahren, aber über dem Zielgebiet hingen dunkelblaue Gewitterwolken, in denen es immer wieder aufblitzte. Mit einer viertel Tonne Stahl durch ein Gewitter in den Bergen zu reiten, konnten wir verzichten. Das war es dann mit den hohen Bergen. Wir schlängelten uns durch Klammen zur Hauptroute nach Westen. Jörg kannte etwas nördlich einen Campsite. Da es schon etwas spät war, fuhren wir knapp vor der Mittelmeerküste auf die Autobahn auf, um den Platz zu einer akzeptablen Zeit zu erreichen. Leider hatte der Campingplatz zu, fanden aber in der Nähe eine Alternative, welche aber eine etwas laute Mischung von Holländern, Briten und Schotten aufwies.
Es fällt schwer, bei so einer Landschaft einfach weiterzufahren.
Mittwoch, 10. Juni
Nachdem wir unsere Pyrenäenfahrt im Westen am Atlantik angefangen hatten, mussten wir, um diese Fahrt gebührend abzuschließen, unbedingt an die Mittelmeerküste.
Unser Hauptziel an diesem Tag war die Brücke von Millau (Viaduc de Millau). Ein beeindruckendes Stück Technik. Auf dem Bild ist nicht mal die Hälfte zu sehen. Die Fahrbahn liegt auf 7 dieser Stützen. Hier führt eine wichtige Nord-Süd-Verbindung durch und bevor die Brücke erbaut wurde, zwängte sich der ganze Verkehr durch das kleine im Tal liegende Städtchen Millau. Eine Einheimische erzählte uns, dass es kurz nach der Eröffnung der Brücke noch schlimmer wurde. Alle wollten dieses Bauwerk sehen. Das hatte sich aber wieder gelegt. Jetzt sind es die Lkws, welche sich die Maut sparen wollen, die durch den Ort rollen.
In Peyreleau nördlich von Millau kamen wir zur Ruhe. Mit dem letzten Bissen des Abendessens fing es wieder zu regnen an.
Donnerstag, 11. Juni
Der Himmel sah regenschwanger aus. Rein präventiv schlüpften wir schon vor der Abfahrt in die Regenhaut. Etwa eine halbe Stunden später brauchten wir sie auch schon. Anfangs kamen wir noch auf Landstrassen durch ein paar nette Städte wie Mende und Montelimar. Ab dann war Transit angesagt. Kurz vor Grenoble übernachteten wir.
Freitag, 12. Juni
An diesem Tag wollten wir zwei stillgelegte Festungen der Maginot-Linie besichtigen. Genauer gesagt gehören sie zur Alpenlinie oder kleinen Maginot-Linie. Wir hatten endlich wieder schönes Wetter. Wir fuhren über die Autobahn, um so schnell als möglich in das französisch/italienische Grenzgebiet zu gelangen. Bei Modane fuhren wir ab. Nördlich über der Stadt Fournaux liegt das Fort Sapey, welches nur über eine unbefestigte Strasse zu erreichen war. Ist alles sehr verwildert und überwachsen. Die Aussicht war nicht schlecht.
Die Auffahrt für das südlich der Stadt, auch am Berg gelegenen Fort Lavoir, war für Motorräder leider gesperrt. Die Strasse wäre interessant, weil noch gröber und länger, gewesen. Weiter ging es über den 2762 Meter hohen Col de I'Iseran. Etwas frisch war es da oben schon.
Hinter dem Pass lag Val d'Isere.
An der Aussprache muss ich noch arbeiten.
In Bourg-St.Maurice hielten wir für die Nacht.
Samstag, 13. Juni
Während eines ausgiebigen Morgenkaffees grübelten wir über die Tagesetappe.
An diesem Tag stand uns die Poebene bevor. Wir wollten einen bestimmten Punkt in Südtirol erreichen, und quer durch die die Autobahnen der Poebene war die schnellste Route. Vorher genossen wir aber noch den Col du Petite St.Bernhard, den kleinen St.Bernhard-Pass.
Noch ein wehmütiger Blick zurück nach Frankreich, und paar Kilometer später ging es schon auf die italienische Autobahn. Es ging vorbei an Novara, Milano, Monza und Bergamo. Es war heiß, und für eine Zeit lang war rundherum am Horizont, außer einem grauen flimmernden Dunstschleier und weit entfernten schemenhaften Silhouetten von Städten, nichts zu sehen. Das war öde. Erst ab Monza waren im Norden die Umrisse der Alpen zu erkennen. Kurz vor Verona schwenkten wir nach Trento auf die Autobahn Richtung Brenner. Letzteren fuhren wir aber nicht. Bei Brixen fuhren wir von der Autobahn ins Antholzertal. Nach über 700 Tages-km waren wir am Ziel. In Antholz selbst gibt es einen sehr angenehmen Campsite. Mit Wirtshaus daneben und pipifeinen Sanitäranlagen.
Sonntag, 14. Juni
Die Nacht war ein wenig huschi. Aber wen stört das, wenn die nächste Nacht im eigenen Bett verbracht wird. Vor uns lag noch der Staller Sattel.
Ein richtiger Genuss wurde es nicht. Zu viele Bürgerkäfige schleppten sich den Pass hinauf. Auf der anderen Seite endlich wieder Österreich. So schön ein Urlaub weit weg auch sein mag, aber es fühlt sich gut an, wieder nach Hause zu kommen. Das machte die Autobahnfahrt aber auch nicht attraktiver. Am späten Nachmittag war die Reise zu Ende. Auf dem GPS waren es 4999,6 Gesamt-Reisekilometer. Die letzten 400 Meter fuhr ich um den Block, um den 5er auf der Anzeige zu sehen.
Dieser Urlaub bestätigte mir wieder die Schönheit Frankreichs. Die Menschen, denen wir begegneten, waren freundlich, hilfsbereit und uns gegenüber aufgeschlossen. Beeindruckend fand ich auch das dichte Netz an Campingplätzen und deren hohe Qualität. Frankreich ist groß und wird noch für weitere Urlaube Sehenswertes bereithalten.






