2006/09 Ligurien
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- Kategorie: Geschichten
- Veröffentlicht am Dienstag, 17. Januar 2012 18:39
- Geschrieben von due
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„Nerven sparen, Bahn fahren!?!"
experienced by dü & barbara
Abfahrt am 21.8. 2006 um 22.20 Uhr vom Westbahnhof in Wien. Um 21.20 Verladen der Bikes auf den Autoreisezug. Erste aber nicht die letzt Fahrt im Regen.
Die erste Aufgabe: Noch schnell in Wien was gscheites essen bevor man im Schlafwagenabteil mit lauter Nichtrauchern eingesperrt wird?
Zweite Aufgabe: Kopf einziehen beim Verladen!
Am nächsten Tag um 8 Uhr in der Früh! Nach einigen wenigen Stunden weniger guten Schlafes Mopeds ausladen und über Lichtenstein ab in die Schweiz. Regen....
Die Liechtensteiner Bullen haben eher Faschingskostüme als Uniformen, stören aber unsere Fahrt nicht wirklich. Störend ist eher der Verkehr in den Schweizer Ortschaften. Lähmend!
Die ersten Kurven (auf der Straße natürlich) und die Sonne kommt heraus. Warm ist aber anders! Über die Lenzer Heide Richtung St. Moritz und weiter über den Maloja Pass nach Italien. Recht schön zu fahren aber echt Arsch kalt.
Dann Autobahn vorbei am Comosee, rund um Mailand bis Piazence. Es wird wärmer und italienischer. Runter von der Autobahn und auf die Bundesstraße. Die SS 45 Richtung Bobbio ist in den ersten 40 km eher langweilig und geht immer geradeaus durch die flache Pampa. Aber dann wird’s interessant. Von Kilometer zu Kilometer wird es bergiger, die Gegend schöner und die Kurven immer geiler. (Immer noch die auf der Straße!) Super zu fahren aber man macht halt auch nicht wirklich Meter. Mittlerweile ist es 18 Uhr und wir haben es gerade mal bis Scottocolle geschafft. Ok, weiter über die SP 77, ebenfalls eine supergeile Strecke und offenbar das Mekka der Mopedfahrer in der Region. Nicht Oleander sondern bis an die Ecken abgefahrene Mopedreifen zieren so manches Brückengeländer. Die Straße schlängelt sich rauf und runter durch den Wald. Fast wie am Ochssattel nur wesentlich länger und viel engere aber auch rundere Kurven. Chiavari und wir sehen das Meer. Naja, hab schon schönere Strände gesehen und auch schönere Orte. Bloß raus aus der Stadt und ja, jetzt sind wir ja bald da...hoffentlich! Durch Sestri Levante, „ein paar“ traumhafte Kurven und 2 Stunden später sind wir um kurz vor 22 Uhr in Levanto. Fix und Foxi! Eine geile Strecke aber jetzt wars´ dann echt schon genug. ( Anmerkung Barbara: i war schwindlig von den Kurven; links, rechts, links, rechts, lange links, rechts,.......)
Die Touristinfo hat natürlich zu, Tipps vom Pizzakoch entpuppen sich als Flop und wir entscheiden uns für ein Hotel. Ja wenn eins noch Zimmer frei hätte. Barbara ist verständlicherweise bereits ein wenig entnervt aber beim 3. Anlauf bekommen wir doch noch ein Hotelzimmer. Zum Öffnen des einzigen Fensters brauch sogar ich eine Leiter aber die steht ja Gott sei Dank zur Verfügung. Wurscht! Duschen, umziehen und essen gehen. Denkste! Die Italiener kochen um die Zeit nix mehr. Schas! Ein Bier muss her und der Fastfood rettet uns doch noch vor dem Hungertod.
Am nächste Tag dann raus aus dem Loch und ein anderes Quartier gesucht. Gefunden! Aber einmal müssen wir noch umziehen. Vom Dachgeschoß ohne eigenem Bad in das Erdgeschoß mit Bad und Klo. Jetzt ein paar Badetage und eine Sightseeingtour mit dem Zug nach La Spezia, Monterosso und Vernazza. So viel bin ich die letzten 20 Jahre insgesamt nicht mit der Bahn gefahren! Reicht aber auch für die nächsten 20 Jahre denk ich?
Nicht nur dass man den Italienischen Kellnern beim Gehen die Hosen flicken könnte wenn sie sich irgendwann doch berufen fühlen einen Nichtitaliener zu bedienen, auch die neue gesetzliche Regelung, dass in den Lokalen Rauchverbot herrscht, ist mühsam. Auch bei Plätzen im Freien gibt’s kaum Aschenbecher am Tisch und in einem Lokal ist sogar im Freien Rauchverbot. Dämlich weil der Koch, alle Kellner und der Chef zum Rauchen auf die Straße gehen müssen. Wer hat da wohl die Hosen an frag ich mich? Gut war das Essen aber allemal! Da gibt’s nichts auszusetzen. Nur die Bierportionen sind mit 0,3 (na sicher net!) oder mit 0,4 l ein bissl ein Jammer. Muss ma halt eins mehr trinken?
Eine Ausfahrt in die Berge steht an. Passo del Bocco, St. Stefano (in jeder Hinsicht das Mariazell von Ligurien?), viele Berge ohne Namensschild, einfach traumhaft. Kurven die nie zu enden scheinen, echt griffiger Asphalt und das richtige Mopedwetter. Schöner als in Südtirol und null Verkehr. Mopedfahrerherz was willst du mehr!
Nach ein paar weiteren Badetagen geht es wieder Richtung Heimat. Die Rückfahrt über die SS 45 bis Bobbio und dann links über den Passo Penice. Auch eine Traumstrecke! Mailand und den Comosee umfahren wir wieder und überqueren die Grenze zur Schweiz Richtung Lugano. Die Schweizer haben einen Vogel. Da geht’s zu wie bei uns wenn am Gürtel 2 Fahrspuren gesperrt sind. Leicht entnervt entkommen wir irgendwann dem Verkehrschaos in die Berge Richtung St. Gotthard Pass. Diesmal ist es nicht ganz so spät aber mindestens noch mal so kalt wie bei der Anfahrt. Um halb 8 kommen wir bei schneebedeckten Bergen und höchstens 5 Grad über 0 in Ariolo an. Wir bekommen gleich ein Zimmer und das ist zum Glück auch schon beheizt.
Am nächsten Tag geht’s dann über den St. Gotthardpass und wir fahren über die Schneegrenze. Gibts ja net! Ich mach einen Schneeball für´s Foto und der Barbara wird schon vom Zuschauen kalt. Nix wie weiter! Weiter unten ist es wieder wärmer aber der nächste Pass kommt bestimmt. Klausenpass. Viel schöner als der St. Gotthard aber leider genauso kalt und noch mehr Schnee! Danach nur mehr fades Dahingeöttel über Lichtenstein bis nach Feldkirch zum Autoreisezug.
Bahnfahrt die letzte! Wiener die sich beim Verladen vordrängen weil sie keine Reservierung haben und nervös überall Erster sein wollen belustigen uns ein wenig. Naja, wir sind fast daheim. Reservierte Fensterplätze im Raucherabteil, ahhhh wir sitzen. Wo geht die Klimaanlage nicht? In unserem Wagon! Und die Nichtraucher motschgern weils am Gang nach Rauch stinkt. Eh kloa! Nach meiner Intervention macht der Schaffner wenigstens die beiden winzigen Fenster am Gang auf, die Nichtraucher motschgern noch immer. Nur unsere Abteilbegleitung, eine nichtrauchende ältere Dame meint auf unserern Hinweis dass hier ein Raucherabteil ist. Na und? Ich bin Kaffeetrinkerin. Sehr angenehm?
Bahnfahrt die Letzte endet gegen 22 Uhr am Westbahnhof in Wien.
Gesamtkilometer: 1560
Davon Kurven: 1200
Bistdudeppert!
Huckepack!
Das geräumige Schlafwagenabteil
Gerald beim Kartenlesen
Gerald schon wieder beim Kartenlesen (und rauchen) :-)
Eine Kirche in Levanto
Nerven sparen - schon wieder Bahnfahren! (Schwarzfahren trotz Ticket) :-)
Ohne Worte!
Promenade in La Spezia
Monte Rosso al Mare
Gerald beim .... :-)
Gerald .... :-)
Kurz vor St. Stefano
Vernazza - mit der Bahn
Vernazza von oben
Ob der in Monza was reisst?
Halb 8 am Abend und Arsch kalt!
Am St. Gotthard pass, 9 in der Früh ... immer noch kalt!
Panorama am Klausenpass
Nein, den Helm lass i auf! Mir ist zu kalt :-)
Es ist August bitte!
Immer noch im August :-)






