2009/05 Slowenien Tour!
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- Kategorie: Geschichten
- Veröffentlicht am Dienstag, 17. Januar 2012 20:29
- Geschrieben von klaudl
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Ungarnpartie goes Slowenien!
experiencend & written by Klaudl
Auch dieses Jahr gab’s wieder eine Ausfahrt übers verlängerte Christi-Himmelfahrt-Wochenende.
Nach mehreren Besuchen in Ungarn, ging es diesmal nach Slowenien, um genau zu sein nach Portoroz.
Natürlich nicht direkt. Jede Bundesstrasse, jeder Pass, nichts wurde ausgelassen. Das Ziel des Tages war immer die Schlafstatt der Nacht.
Wir sind so viel gefahren, soooo viel... das war schon nicht mehr normal. Jetzt mag vielleicht der Eine oder Andere
leichtsinnigerweise denken: „Ja aber ist das nicht der Sinn einer 5-Tagesausfahrt?“ Ja, vielleicht. Aber doch nicht SO viel !!
Mir wird vermutlich noch die ganze nächste Woche der Hintern schmerzen und ich werde alsgleich an einem Patent für sofaähnliche Sitzbänke
feilen, aber dazu ein andermal mehr.
Es war diesmal eine recht spektakuläre Ausfahrt. Gesamt wurden ca. 1.500 km gefahren (manche von uns,
andere fuhren noch zwischen Krankenhaus Klagenfurt und Portoroz hin und her). Knapp 200 Euro für die Quartiere
(wobei sich schon das traumhafte Zimmer in Portoroz mit 100,- zu Buche schlägt) und nochmal ca. 200,- für Verpflegung für Fahrer und Moped.
Tag 1, Mittwoch, 20.5., ca. 200 km:
Wir sind auf 2 Grüppchen losgefahren. Die erste Partie, bestehend aus Max, Bertie, Michael, Petra, Dieter und Manfred,
traf sich bereits um 17.00 bei der Raststation Bad Fischau und fuhr die „schöne“ Route (siehe Anlage) nach Laafeld/Radkersburg.
Robert, Michaela und ich, trafen uns erst um 18.30 bei der Raststation Guntramsdorf und fuhren fast nur Autobahn zu unserem ersten
Quartier:
Dort sprang uns schon die Berti entgegen, als wir mit knatternden (und einem zwitschernden) Motoren an der Vorderfront
des Gasthofes verweilten und kurz etwas ratlos waren, da wir keine anderen Mopeds sahen. Wir parkten uns auch hinter’s Haus,
auf den eigenen Parkplatz. Hockten uns noch in Montur in den Schanigarten und alsgleich wurde das erste Bier bzw.
ein Gläschen Tauwein (Spezialität der Region) bestellt. Nach einem köstlichen Abendessen, vereinbarten wir noch
Frühstücks- und Abfahrttermine und bezogen unsere Zimmer.
Tag 2, Donnerstag, 21.5., ca. 327 km:
Ziel der heutigen Etappe war: Stare Fuzina,
http://www.residencetriglav.si/
Wir fuhren gemütlich durch wunderschöne Wälder und leicht kurvige Gegenden....
Mehr fällt mir hierzu nicht ein... Abends trafen wir dann am Bohinjsko Jezero (Wocheiner See)
mitten im Triglav-Nationalpark ein. Das Quartier war schnell gefunden und noch bevor wir einchecken und duschen konnten,
wurden auch schon die ersten Biere bestellt (wenn man das so liest, scheint’s, als wären wir eine ziemlich versoffene Partie.
Das möchte ich hier richtig stellen: schließlich hatte es tagsüber gute 30° und wenn man soviel schwitzt muss man dem Körper
auch wieder Mineralstoffe zuführen !
Tag 3, Freitag, 22.5. ca. 330 km:
Ja ja ja... JETZT wird’s eh spektakulär, wie anfangs versprochen.
Wir verließen Stare Fuzina, nach einem – wieder mal viel zu frühen (es war erst acht !) Frühstück Richtung Portoroz.
Üppige Wälder, herrliche Täler.... schottrige Schottenstrassen. So weit so gut. Mit der richtigen Maschine holpert
man da ja noch fröhlich drüber. Irgendwann fiel mir auf, daß ich die Bertie nicht mehr im Rückspiegel hatte.
Robert und ich warteten eine kurze Weile, da kam auch schon Michael angebraust mit der Hiobsbotschaft: Berti ist im
Schotter gerutscht, gestürzt und hat höllische Schmerzen in der Schulter. Wir sind zusammen wieder zurück zum „Unfallort“ gefahren.
Gottseidank war sie so langsam gefahren, dass nicht mehr passiert ist. Wobei es reicht auch schon,
mit – wie sich später herausstellte – gebrochenem Schlüsselbein mitten in der Pampa zu hock’n. Selber weiterfahren war
unmöglich und auch mitfahren nur auf einer Beifahrer-tauglichen Maschine. Petra, die bislang bei Michael am Sozius war,
hat sich gleich bereit erklärt Bertis Bandit zu übernehmen, damit Berti ihrerseits mit Michael ins nächste Spital fahren kann.
Das kleine Städtchen, dessen Name hier nichts zur Sache tut und nicht nur deshalb unerwähnt bleibt, weil ich es vergessen haben könnte.
Dieses kleine Städtchen also, mit seinem kleinen Krankenhäuschen war gleich mal überfordert und schickte uns weiter nach
Ljubljana (20km) oder gleich nach Klagenfurt (60km). Erste Prognose war schon der Schlüsselbeinbruch, der dann
leider bestätigt wurde. Berti hoffte ja „nur“ eine ausgerenkte Schulter zu haben, die flux wieder eingerenkt würde und
sie weiterfahren könnte. Nachdem der „Krankentransporter Michael“ mit Berti und Max nach Klagenfurt aufbrachen, sind wir
etwas widerwillig, aber Berti bestand darauf, dass wir weiterreisen, als ob nichts wär, Richtung Meer aufgebrochen.
Wir fuhren und fuhren und fuhren und ich kann gar nicht glauben, dass es nur 330km waren. Wahrscheinlich ist mein Tacho
kurz ausgefallen und es waren eh 830. Mindestens ! Es wurde immer heisser, die Strassen immer stärker befahren,
die Fahrer immer schwächer. Gesperrte Strassen, vor denen uns b’soffene Wurschtln beim Wirten in der Einöde warnten und
sonstige Trödlereien trugen das ihre dazu bei, dass wir erst gegen halb neun in Portoroz ankamen. Wir fuhren
die Promenade auf und ab, auf der Suche nach unserem Hotel, dabei sprang ein leichtsinniger Fussgänger dem Manfred vor’s Motorradl,
Notbremsung und schon lagen die nächsten 2, denn der Dieter hat sich solidarisch gleich dazu gelegt.
Am ersten Blick war nicht viel geschehen, da ein Fussraster ab, dort ein leichter Schmerz im Bein.
Da wollten wir garnicht groß darauf eingehen ;-)
Nachdem das Quartier gefunden war und Robert die Zimmer checken wollte, keiner wollte mehr einen Meter fahren,
ich hab mich ja naiver Weise gleich mal direkt vor die Garageneinfahrt gestellt. Es konnte sich ja nur mehr um Minuten handeln.
Da kam Robert schon zerknirscht zurück und teilte uns mit, dass aufgrund eines Fehlers an der Rezeption,
unsere Zimmer storniert wurden und wir nur auf ein anderes, teureres Hotel ausweichen könnten. Wir warteten noch kurz auf Michael,
der unglaublicherweise nur kurz nach uns eintraf, obwohl er ja dazwischen in Klagenfurt war. Er informierte uns,
dass Max und Berti uns in St. Kanzian (unser Quartier für die 5. Nacht) bereits erwarten würden.
Berti würde etwas rasten (genaue Nachuntersuchung und eventuelle OP würde erst in Wien folgen) und Max würde seine Maschine
heimbringen, mit dem Transporter wieder nach Kärnten fahren und dort Bertis Maschine von Petra übernehmen und im Bus heimbringen.
Nun waren wir noch immer ohne Quartier und wir berieten uns kurz. Inzwischen war es neun vorbei und wir entschieden uns für
die Alternative: Hotel Marita. Schließlich war es spät, wir verschwitzt, erschöpft,
hungrig und durstig und es war sowieso unwahrscheinlich am verlängerten Wochenende so spontan noch Zimmer für 7 Leute zu finden.
Mein Ärger über die Mehrkosten, die kurz überlegt wurden einzuklagen, verflog schnell, als wir im neuen Hotel ankamen.
Und spätestens als ich das Zimmer betrat und die göttliche Regenwald-Dusche im Bad sah,
wäre ich am liebsten für immer dort geblieben. Nach einer kurzen Dusche trafen wir uns zum vermeintlichen Abendessen.
Leider hatte die Küche schon gesperrt und wir waren alle so fertig, dass keiner mehr in den Ort wollte,
um ein Restaurant zu suchen. So blieben wir auf der Hotelterrasse und bejammerten uns alle ein wenig.
Die Bardame erbarmte sich und brachte uns ein paar Schoko-Croissants, die sie wohl aus der Küche stibizte.
Ich konnte Robert noch überreden, das morgige Frühstück doch „erst“ auf 8.30 zu verschieben, damit ich noch das Meer genießen könnte.
Tag 4, 23.5., ca. 302 km:
Mein Wecker läutete um 6.30. Was für ein Urlaub. Aber ich wollte unbedingt ins Meer.
So brach ich auf und schleppte mich am Hafen vorbei zum Ufer. IIigh. Das war ja nicht sehr einladend.
Der Strand – betonierte Flächen wie so oft in Slowenien oder Kroatien. Das Wasser noch etwas in Mitleidenschaft gezogen,
durch den angrenzenden Hafen, die Lokale bis zum Strand, was ja am Abend sicher nett ist,
am nächsten Tag bietet sich einem jedoch ein Bild aus zerbrochenen Flaschen und sogar eine Blutpfütze. Egal !
Ich MUSS ins Meer.... und wenns nur bis zu den Knien ist und mir dann doch anders überlege....
Frustriert ging ich durch staubende Strassenarbeiten zurück zum Hotel, um wenigstens den Pool zu nutzen.
Der Rezeptionist, wollte mir dies zuerst verwehren, da die lifeguard erst um acht ihren Dienst antritt,
jedoch hat ihn mein verzweifeltes Gesicht und meine flehenden Augen erweicht und er erlaubte mir – vorausgesetzt
ich verspräche nicht zu ertrinken – auch jetzt schon baden gehen zu dürfen. Böse Zungen behaupten ja,
er hätte nur Angst gehabt: er hätte erkannt, dass ich kurz vor einer Explosion stehe, die ihresgleichen suchen kann..
überhaupt am frühen Morgen und auf leeren Magen. Das stimmt natürlich nicht !
So plantschte ich dann noch seelig im Pool. Ganz alleine, alles meines. Hach herrlich.
Man schickte dann doch sicherheitshalber einen Mitarbeiter vorbei, der tat beschäftigt, die Liegen in die richtige
Position zu bringen und ein wenig rumzukehren. Ich glaube jedoch, das war eine getarnte lifeguard.
Mir war’s recht, für’s Auge war er eh auch was ,-) Was natürlich auch den anderen Mitfahrern auffiel,
die blöderweise ihre Balkone genau Richtung Pool hatten, mich beobachten konnten, wie ich unauffällig ab und an
zum Jüngling linste und mich dann beim Frühstück auch ausführlich damit aufzogen. Alles egal. Ich war im Meer :-)
Wir fuhren dann noch lt. Route unter anderem übern Vrsic Pass. Herrliches Panorama dort,
reichlich Schnee und lahme Autofahrer die nicht im Traum daran denken, dich überholen zu lassen.
Rauf gings ja noch ganz gut, hab mich an meinen Vorfahrer drangehängt und Gas geben (also in der 2. ! ,-)),
runter hab ich mich fast angemacht. Schneeschmelzenasse Kopfsteinpflaster in den Kurven.. Ogott oh gott....
ich überlegte wie ich mein Verkaufsinserat von der KLE formulieren könnte. Das war mein einziger Trost ...
Wir fuhren dann noch hunderte und aberhunderte Kilometer bis zu unserem Quartier. Als wir dort ankamen,
erwarteten uns schon die Wirtsleute und Max und Berti. Alle waren frohen Mutes, wie toll die
Ausfahrt nicht war und was es sonst für Neuigkeiten gab, Gescherze hier, Lacher dort und ich stand kurz
vorm Zusammenbruch. Ich war total erschöpft und genervt von meiner schlechten Fahrweise.
Als ich dann so vor mich hin schimpfend auf die Berti und die Wirtin zuging, sie zu begrüßen.
Meinen Helm ins Gemüse pfefferte und die Jacke gleich hinterher. Jammernd, humpelnd (diese Sitzbank bringt mich um),
einfach FERTIIIIG ! ... erkannte die Wirtin gleich die Not und sagte in ihrem unerwartet „deutschen“ Dialekt:
Ach Mädchen, wias sehn, du brauchst jetzt nua ma n Bier! ....(rein medizinisch natürlich .... wir schwitzten wieder sehr viel).
Anschließend gingen wir im Ort noch essen (unser Kommen wurde von der Zimmerwirtin avisiert,
nicht dass wir wieder nichts bekämen – war ja schon wieder so spät geworden).
So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und erlebten: es gibt noch Ortschaftl’n wo um 11 die Strassenbeleuchtung einfach ab’dreht wird.
Gottseidank ist nicht noch jemand zu Sturze gekommen, so finster wie’s plötzlich war !
Da wohnten wir in St. Kanzian:
email:
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http://www.myspace.com/ausblick6
Tag 5, 24.5., ca. 302 km:
Nachdem Frühstück und nachdem unser Wirt, selbst Motorradfahrer, sogar mal Rennfahrer, uns stolz sein Motorradmuseum zeigte,
brachen wir zur Heimreise auf. Wir fuhren noch die Soboth (wir nahmen ja sowieso alles, was irgendwie am Weg lag –
aber huch ich jammere ja schon wieder!) und allerlei Strasserln bis wir uns doch auf die Autobahn schwangen und einige Meter machten.
Die Strassenmeisterei hatte dann noch die gute Idee, am letzten Tag eines verlängerten Wochenendes 2 Spuren zu sperren,
um die Strassenmarkierung zu erneuern, was zu erheblichen Staus führte. So beschlossen auch der Großteil
der Moppedierer bei Hartberg wieder abzufahren und übers Wechselland gemütlich heimzufahren.
Ich jedoch konnte und wollte nicht mehr. Wollte nur heim, mit möglichst wenig Aufwand und wenns monoton auf der
Autobahn sein muss. Zuerst wollte man mich ja nicht alleine fahren lassen, jedoch die in Aussicht gestellte Möglichkeit,
endlich mal ein bißchen zu gasen ohne auf mich Rücksicht nehmen zu müssen, hat die anderen dann doch recht schnell
überzeugt und so trennten sich bei dieser Raststätte unsere Wege.
Als ich dann zuhause gemütlich – natürlich bäuchlings - am Sofa lag, ließ ich die letzten Tage Revue passieren.
Abgesehen davon, dass ich fahrtechnisch am Limit war, dauernd etwas bei meinem Moped hin war – zwar nur Kleinigkeiten,
dafür nervtötend : Mal löste sich die Topcase-Halterplatte und mein prall befülltes Topcase (auch „die Kiste“ genannt)
hing nur mehr an einer Schraube schief runter, mal baumelte plötzlich der Blinker nur mehr am Kabel,
dann hatte ich statt meines Klapphelmes 2 separate Teile in Händen. Also abgesehen davon war es wieder eine herrliche Ausfahrt
mit urigstlustigen Leuten und auch wenn wir diesmal nicht soviel Glück hatten wie sonst, waren wir doch noch glimpflich davon gekommen.
Mehr oder weniger. Denn wenige Tage drauf kam dann noch eine email, die uns informierte, dass sich Dieter bei seinem Sturz in Portoroz
doch tatsächlich den Knöchel brach. Obwohl er Schmerzen hatte, ist er ja noch brav 2 Tage weitergefahren,
bevor er nun mit einem Liegegips, quasi „niederbunden“ worden ist.
Als denn: Gute Besserung an alle Versehrten, bis bald zur Nachbesprechung und haltet die Augen offen, ob ich nicht doch noch die KLE inseriere
(Blinker ist schon gerichtet und Topcasehalterung jetzt bombenfest! ;-))
Unser Quartier in Laafeld/Südsteiermark
Robert dehnt sich vor der nächsten Fahrt
Ein Haus irgendwo in Slo
Ausblick von meinem Bakon 1:
Ausblick von meinem Bakon 2:
Abends in Stare Fuzina...
Steinpilzschnitzel mit Mlinci (ganz leicht zubereitet, mit paar Grammeln - da hilft nur Slivo)
Die arme Berti, es schmerzt!
Petra nimmt sich der Bandit an:
Ein Hoch auf die Grundausstattung der slow. Tankstellen:
Frische Forelle aus einem Bächlein (man beachte die Schleichwerbung des Veteranenclubs)
Pljeskavice mit viiiiiel Zwiebel
Hier bleibe ich !:
schön:
Kranjska Gora:
und zum Abschluss: Die Pension Panorama in St. Kanzian am Klopeinersee






