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2008/11 Biketransport aus England

Manfred, Max, Andi H. und ich sind aufgebrochen, um England aufzukaufen...

 

 

Unser Freund Mike aus England hat ja wen gewußt, der seine Beta 250 (Trial) verkaufen wollte - ich habe sie ihm abgenommen. Andi H. hat sich in Zuge dessen auch gleich eine Trial in England gekauft (Sherco 2.9). Mike war so nett diese abzuholen und einen Container für uns zu mieten, in dem die beiden Bikes auf uns warteten.

 

Zufällig hat der Max vor über einem Jahr den Auftrag gegeben, für seine Triton einen Motorblock anzufertigen. Diesen Motor sollte einer in der Oldtimerszene bekannter Guru auf diesem Gebiet - Dave Nourish - erledigen, der in Langham zu Hause ist. Da seit dem einige Zeit verstrichen war, überlegte Max nicht lange und hängte sich an uns an, um sich seinen Motor abzuholen.

 

Zu diesem Grunde haben wir die Englandreise im November geplant.

 

Manfred wurde - je näher der Tag der Abreise kam, immer nervöser und unruhiger. Er konnte es schwer verkraften, dass sich alle etwas in England kaufen würden, nur er nicht. Am vorletzen Tag vor der Abreise hatte er endlich beschlossen, auch sich selbst mit einem Moped zu belohnen und dafür die KTM herzugeben.

 

Die darauffolgenden Stunden waren äußerst mühsam. Er hatte sich ein paar Bikes aus Ebay raus gesucht, Kriterium war vor allem, dass der Verkäufer auf unserem Weg lag.

 

Diese standen zur Auswahl, die Preise sind alle in Pfund, für € beim momentanen Kurs mal 1,3 rechnen.

 

2007 yam 250 2takt

 

2006 kawa 450 4takt

 

2007 yam 450 4takt

 

2006 kawa 250 4takt

 

2006 yam 250 4takt

 

Er grübelte und überlegte die ganze Nacht, ob 2-Takt oder 4-Takt, ob 250ger oder 450ger und zu guter Letzt war ihm die favorisierte Farbe auch noch nicht klar. Dann hat er sich schließlich für die YZ 450 entschieden und den Typen angerufen, der würde sie auch um 2500.- inkl. allem Zubehör abgeben.

 

Zur Sicherheit hat Manfred nochmal beim Andi angerufen, der gerade mit Sigi unterwegs war. Das Gespräch dürfte ungefähr so abgelaufen sein:

 

Manfred: "ich verkauf meine, das ist fix, die frage ist nur was ich kauf".

 

Auf die Frage, ob 250 oder 450, haben beide, Andi und Sigi, wie aus einem Mund sofort "450!" gemeint, mit der plausiblen Erklärung: "250 musst halt so aktiv fahren. immer vollgas, immer schalten -> stress. sie sind alte herren (und ich auch habens gemeint) da ist es praktischer wenn man einfach nur umdreht und das moped fährt auch so und länger halten tun die 450er auch weil: "die ist nur auf vollgas wenns einem während sie läuft umfällt und das gas voll auf steckenbleibt"

 

Gut. War nun auch diese Entscheidung getroffen und am Mittwoch Abend um 17:00 herum trafen Max und Andi bei uns ein, wir machten uns um ca. 17:30 auf den Weg. Ist recht weit bis Calais, nach über 12 Stunden Fahrzeit kamen wir um 6:00 an. Unsere Fähre war für 10:00 gebucht, also schliefen wir noch ein bissl auf einem Rastplatz im Auto. Um kurz vor 8:00 sind wir wieder aufgewacht, an den Hafen gefahren und haben um 20.-€ Aufpreis die Fähre um 8:30 bekommen. 1,5 Stunden später waren wir in Dover.

 

Das Wetter war sehr britisch - man hat kaum die Hand vor Augen gesehen und es fiel stetiger Nieselregen. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen ist uns dann noch eine Schweizerin in Geralds Anhänger reingefahren. Naja, gut, vielleicht war es ein bissl unsere Schuld, da Manfred versuchte sich an den Linksverkehr zu gewöhnen und kurz anfuhr und dann doch noch einmal stoppte um den Querverkehr vorbei zu lassen.

Auf einmal hörten wir einen Schepperer - wir haben uns angeschaut und gedacht, was war denn das, dann bin ich wie von der Tarantel gestochen raus gehüpft und nach hinten zum Anhänger. Eine ältere Dame aus der Schweiz stieg aus ihrem Auto und meinte, es sei eh nichts passiert. Habe gesagt, oja, unser Licht ist hin. Sagte sie, das war schon. Manfred: ja freilich, und die Scherben auf der Stoßstange haben wir aus Alland mitgebracht. Da sie scheinbar in Eile war, meinte sie, sie wolle uns den Schaden bezahlen. Manfred ist zu Max hin, hat ihn gefragt was so was wohl koste, der im Halbschlaf "50.-€" - und die Schweizerin meinte "Was, 70 Franken für so ein Licht" Sie hat aber ohne Diskussionen bezahlt und wir sind weiter (@Gerald: Hat Dir der Manfred das eh schon erzählt oder liest Du gerade aus erster Hand ;-)):

Weiter ging's nach Langham, wo der Mann wohnte der Max's Motorblock gebaut hatte. Wir kamen in ein kleines Dorf zu seinem Haus, das war die urigste Werkstatt die ich je gesehen hatte. 

Man beachte die "Nackerten" an den Wänden - die Männer sind doch alle gleich, egal aus welchem Land und in welchem Alter ;-) 

 

Also: Die besten Triumph Rennmotoren, neu gebaut gibts da:

 

Dave Nourish
Nourish Racing Engine Company
13 Manor Lane
LE157JL Langham, Oakham, Liecestershire
+44 (1572) 722712

 

Der Motorblock war fertig und nach einigen Stunden Fachgesimple sind wir dann weiter gefahren Richtung Guildford - Shalford. Dort waren die Container von Mike und unseren Trials, wir parkten unser Auto dort am Bahnof und fuhren mit der Bahn nach London Waterloo (um 10.- £ pro Person einfache Strecke, Dauer ca. 50 Minuten).

 

Wir bezogen unser Hotel, ein Travellodge in Southwark (wie spricht man das noch mal aus?!?) und gingen in... (ein Pub natürlich) zum Abendessen und auf ein Bierchen. Nachdem wir einigermaßen geschlaucht waren, wurde der Abend nicht recht lang.

 

Am Freitag war erfreulicherweise schönes Wetter. Wir hatten Sightseeingtag geplant und marschierten den ganzen Tag durch London.

 

Vor dem Buckinham Palace habe ich mir eine Plombe ausgebissen und hatte die Befürchtung, mich die nächsten Tage nur noch flüssig ernähren zu können. Da das englische Essen aber eh recht labbrig ist, hat es doch geklappt mit der Nahrungsaufnahme :-)

 

Im St. James Park haben wir ein paar Fotos gemacht. Deutsche Touristen sind auch auf der Brücke hin- und her gelaufen, die Frau wollte warten bis ich mein Foto fertig hatte, der Typ sagte :"Lauf nur durchs Foto durch" - scheinbar dachte er wir verstehen ihn nicht. Ich sagte nur "ja, eh typisch deutsche Touristen" - da habens blöd geschaut und wir sind weiter gegangen.

 

Nach einigem Rasten in verschiedenen Pubs, Sightseeing und Shopping Tour trafen wir uns am Abend mit Mike und Kana in einem Pub :-)

 

Leider merken es Touristen nie, wenn sie im Bild herumstehen und sich nicht raus bewegen ;-)

 

England ist uns voraus: Es gibt Betreuungseinrichtungen für lästige Männer während des Shoppens - da ich mit drei von Ihnen unterwegs war, machte ich davon Gebrauch!

Am Samstag früh gab's erst mal wieder Full English Breakfast im Hotel (*lecker*), dann fuhren wir mit der Bahn wieder nach Shalford, wo wir unser Auto und den Anhänger geparkt hatten. Wir waren voller Hoffnung, dass Auto + Anhänger noch da waren, Max sorgte sich etwas um seinen neuen Motor, der im Kofferraum verstaut war. Gottseidank war alles unangetastet da als wir ankamen.

Es schüttete aus allen Schaffeln. Wir trafen uns mit Mike und Kana, holten in strömendem Regen die Bikes aus den Containeren, die Burschen machten Probefahrten, nicht bevor Andi 30min versuchte, die Sherco zum Laufen zu bekommen. Klappte dann doch und er freute sich sichtlich :-)

Wir luden die Mopeds auf - in strömendem Regen und unser ganzes Gewand war waschelnass - im Auto dampfte es wie in einem Dampfbad. Kaum fuhren wir los, lies der Regen nach. Ärgerlich. Weiter ging's nach Ashford, wo die YZ 450 daheim war. Wir kamen zu dem Typen, der führte uns in die Garage wo die YZ stand, angbunden an eine Stahlband das an einen einbetonierten Ring gekettet war. Der Typ erzählte uns, dass es durchaus üblich sei, dass man Motorräder aus Garagen stehlen würde - ich freute mich auf die Nacht in Dover wo wir die Mopeds am Anhänger über Nacht draussen lassen müssten...

Andi ist einmal auf und ab gefahren, sie haben geschaut, gerüttelt und herum getan und schließlich das Moped für gut befunden und aufgeladen. Am Abend sind wir dann in Dover angekommen. Wir haben ein wirklich superschönes Bed & Breakfast gebucht, es hieß "Berliots Bed & Breakfast" wenn ich mich richtig erinnern kann. Der Wirt gilt als der lustigste Wirt in ganz Dover und das stimmt auf alle Fälle. Er hat die ganze Zeit gekuddert und gelacht und war recht witzig. Wir konnten Auto + Anhänger in den Hof stellen und waren recht froh darüber. Am Abend gingen wir ins Pub, eines der Kette Weatherspoon, mit dem haben Manfred und ich schon seinerzeit in Bournemouth gute Erfahrung gemacht, Max damals mit otschi (oder wie man ihn schreibt :-)) auch. Also nichts wie rein, leider versäumten wir den rechtzeitigen Aufbruch und sind ziemlich spät heim. Am nächsten Tag hatten wir alle dicke Köpfe :-) Lecker Essen:

Die leichtbeschürzten Engländerinnen erregten sichtlich Aufmerksamkeit ;-)

Manfred hat die Tür zum Hotel zu gemacht, obwohl noch ein Rucksack von uns im Zimmer war. Wir konnten nicht mehr rein und der Wirt war auch noch nicht auf - er meinte am Vortag, dass es erst ab sieben Frühstück gäbe. Max hat gemeint, dass das englische Frühstück immer das Highlight des Tages für ihn wäre, der Wirt sagte darauf "ja, aber nicht morgen". Wir verbrachten 30 Minuten vor der Türe, hatten Sorge dass wir die Fähre versäumen würden, doch schließlich öffnete ein Gast im obersten Stock das Fenster. Ein Mann und ein Frau schauten heraus, wir erklärten ihnen was passiert war und baten sie und zu öffnen. Die beiden zerkugelten sich furchtbar, er schickte sie hinunter und sie kicherte noch die ganze Zeit während sie uns öffnete und wieder ging :-)

Wir haben die Fähre trotzdem erwischt und sind um 8:00 aus Dover weg. In Calais angekommen war es halb elf, aufgrund der Zeitverschiebung. 3.365 Kilometer später waren wir um etwa eins in der Nacht wieder daheim.