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2006/08 Die HELM-Befahrung

 

written & experienced by Helmi & Tini

Eine Expedition am Mountainbike...

 

Die Helm-Befahrung

Am 05.08.2006 war es soweit: mehrere Helme sollten aufeinander treffen...

Begonnen hat alles letztes Jahr, als Tini und ich ein Spontan-Osttirol-Wochenende genossen in Zuge welchem mir beim Lesen der Wanderkarte ein Berg aufgefallen ist, der einen interessanten Namen trägt. Neben ‚Käseberg’ und ‚Hohes Haus’ fand sich an der Grenze nach Südtirol ein Berg mit dem klingenden Namen ‚Helm’. Aufgrund einer gewissen Affinität dazu befand ich: den müssen wir bezwingen! Nachdem sich in der Karte auch eine MTB-Strecke fand, wir aber automobilbedingt keine Räder mit hatten, wurde die Mission aufs nächste Mal verschoben.

Am 04.08.2006 reisten wir an und bezogen Quartier im herrlichen Gannerhof, den wir ja schon im Vorjahr kennen und lieben gelernt hatten *lecker*.

http://www.gannerhof.at/

Nach einem wunderbaren Abendessen inkl. einer Flasche und mehrerer Gläser köstlichen Traubensaftes ging es am nächsten Tag nach einem ebenso herrlichen Frühstück zur Sache. Am Ende des Villgratentales in Sillian eingefunden, starten wir den Drau-Radweg stromaufwärts bis Innichen in Südtirol, ankämpfend gegen einen nicht abreißen wollenden Strom süditalienischer Fahrrad-Familien-Touristen (geschätzte 215.800 Menschen).

In Innichen fand sich eine Abzweigung nach Sexten, der wir bis zu einem kleinen See folgten – da sollte lt. Karte der Beginn des Forstweges sein, der uns zur Auffahrt dienen sollte. Wir fanden ihn nicht und kämpften uns durch Gehöfte (mit bösen Hunden), schleppten die Räder über steile Wiesen und durch den Wald bis wir endlich den Wegweiser fanden: Helm – Monte Elmo.

Von da an ging’s gnadenlos steil bergan und trotz angenehm kühler Temperaturen flossen bachähnliche Schweißmengen unsere Körper hinab. Da es auch 2 Seilbahnen hinauf gibt war der Wald angenehmer Weise nahezu menschenleer (hin und wieder abwärts spazierende Spagettis). Nachdem unsere Akkus schon ziemlich leer und wir ob der immer schlimmer werdenden Steilheit nahe der Verzweiflung waren, erschien es plötzlich vor uns: Das Helm-Restaurant (2.050m). Darin saßen ausgeruhte, mit leichtem Schuhwerk ausgestattete Menschen, die sich sonnten und den Nachmittags-Kaffee zur Jause auf der Terrasse einnahmen. Uns sah man wohl an, dass wir nicht per Seilbahn gekommen waren, da wir die Terrasse auf dem Zahnfleisch betraten.

Nach einer kurzen Labe-Pause inkl. Helmrestaurant-Servietten-Auftrags-Diebstahl seitens Tini ging’s weiter, denn wir waren noch lange nicht am Ziel....

Der weitere Weg gestaltete sich belebter, da die Gondel-Touristen spazieren gingen. Dafür wurde die Steigung humaner und die Szenerie pikturesker zumal die nicht ihre Grenzen überschreitenden Bäume mittlerweile den Blick auf die diversen schroffen Spitzen der Dolomiten frei gaben. Wir befanden uns auf dem karnischen Höhenweg. Einige Höhenmeter unterhalb des Gipfelhauses mussten wir die Räder auf selbigem zurück lassen, da der abzweigende Weg dorthin über einen schmalen steilen Steig hinauf führte. Trotz mittlerweile aufkeimender Zweifel über die letzte Etappe unserer Mission (Radler-Schuhwerk nicht zum Klettern geeignet, „...wir könnten noch in die Sauna gehen.“, „...ich möcht’ eh noch lesen.“) und da unsere Energiebalken am unteren Bildschirmrand schon bedrohlich rot blickten, haben wir die Beine in die Hand genommen und sind rauf, am Helm! Die 2.433m waren erreicht und mehrere Helme fanden zueinander: Zwei Radlerhelme (Marke ...), der Helm (2.433m) und der Helm (Sv.Nr. 2276 30 08 71). Leider ist der Berg nicht bedeutend genug, dass ihm ein Gipfelkreuz zuteil wurde, dafür steht ein Haus oben drauf (altes Grenzhaus, da über die Spitze die Grenze zwischen Ost- und Südtirol verläuft) – oder besser gesagt eine Ruine. In dieser fanden wir dann auch Schutz während des plötzlich aufkommenden Graupel-Schauers und so gesehen war ich froh, denn ein Gipfelkreuz bietet ja dann doch weniger Schutz vor den in den Bergen rasch aufkommenden Naturgewalten. Zurück zu den Rädern und die letzten Höhenmeter Richtung Sillianer Hütte bis zum Leckfeld-Sattel (2.381m - von uns mittlerweile schon in Leckmichamarsch-Sattel umgetauft). Von jetzt an hatte ich nur noch ein Ziel: Die grob 1.300m Höhenmeter downhill zurück nach Sillian. Das Höhenprofil versprach eine geballte Ladung Spaß, da es nur mehr 10km bis dorthin waren (geübte Rechner erkennen, dass das 13% Steigung bedeutet - und das ohne Unterlass...).

Der Sattel war bald erreicht wo an einer Abzweigung ein Wegweiser nach Sillian die Erfüllung meiner Träume zur Wahrheit werden ließ... Den anderen Sattel ganz tief gestellt und los ging’s – Tini fand’s weniger spaßig aber sich trotzdem souverän zurecht und ich wurde für meine Anstrengungen mit super steilen Gelände-Passagen, Sprüngen und Zähnen bis 60,5 km/h (Vmax lt. Computer) belohnt. Die zahlreichen Kuhgatter waren immer eine gute Gelegenheit auf Tini zu warten und den Bremsen Gelegenheit zum Auskühlen zu geben (auch auf Radlbremsen kann die [mittlerweile wieder zurück gewonnene] Spucke mit lauten Zisch-Geräuschen verdampfen!). Ein laut zischendes Bier an der Gannerhof-Bar und das anschließende feine Papperl mit Weinbegleitung rundeten das Erlebte perfekt ab und es kann gesagt werden: Herrlich!

Am nächsten Tag sind wir dann noch via Gabesitten (2.665m) auf den oder das Hohe Haus (2.784m) gekraxelt, wo die Psychopharmaka aus den Kuhfladen sprießen, dass es nur so eine Freude ist und wir uns – eingebettet in die süd- und Osttiroler Bergwelt – fröhlichen Wanderfreuden hingaben (zumal wir aufgrund schmerzender Pürzel kein Rad mehr besteigen wollten).

Fazit: 3-4 Tage Osttirol insbesondere das Villgratental insbesondere der Gannerhof zahlen sich echt aus, wenn man Natur, Bewegung, Hauben-Futter und die besten österreichischen Weine mag – und angesichts des guten Preis-Leistungsverhältnisses ist es das jedenfalls auch wert.

 

 

Fotos:

 

Das Gerät: MERIDA trans-mission comp Modell 2005

Suchbild: Drei Helme!

...sogar ein ganzes Schigebiet wurde nach mir benannt...

Tini braucht Treibstoff I

...weiter über Wiesen und über Waldwege...

ja, ja, ja...

Blick auf Innichen und das Drautal

„Besorg mir welche von denen...“

Tini braucht Treibstoff II

ich beim Versuch, meine ständig leicht greifende Vorderbremse in den Griff zu bekommen (erfolglos)

„Is’ noch weit?“

„Da soll ma noch rauf???“

 

...wir sollten!

„Scheiß Schuhe!“

Blick auf Sexten und die Dolomiten

ohne Worte

„Hääh? Is’ ja gar nicht meine Nummer!?!?“

bedrohliches Gewölk vor sonnenbeschienenen Dolomitensachen

Helm-Maus vorm Helm-Haus

*g*

Der karnische Höhenweg

Komisch. Plötzlich um einen Meter gewachsen?!?

„...gleich isses soweit...“

„nur noch über diese Kuppe...“

Höhenmessung: 2.334m

Angekommen am Weg des Spaßes!

Leckmichamarsch-Sattel 2.381m

Im Hintergrund die Sillianer-Hütte 2.447m

Blick auf Sillian

„Das hamma uns verdient!“

„...und das auch!“

Tini Wandersfrau

Almbewohner

;o)

„...herrlich – in Wien regnet’s...“

Bonus Pic:

Osttiroler Werbe-Strategie (gesehen in Lienz)